10.04.2026 | LB Asset Management
Feuerwache Taufkirchen nimmt Betrieb auf
Der Hightech-Standort der Technischen Universität München (TUM) in Taufkirchen wächst weiter. Mit der feierlichen Eröffnung der neuen Standortfeuerwehr setzt die Universität einen Meilenstein. Unter der Leitung von Martin Bauer sorgt ein wachsendes Team von Spezialisten für die Sicherheit der rund 2000 Studierenden und Beschäftigten am Standort. Das Interview gewährt spannende Einblicke in den Alltag einer modernen Feuerwehr, die mit innovativem Equipment wie dem geländegängigen Polaris Ranger oder speziellen Bohrlöschgeräten ausgestattet ist. Von der engen Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Taufkirchen über die Herausforderungen der E-Mobilität bis hin zum Ziel eines eigenen innerbetrieblichen Rettungsdienstes – Martin Bauer erklärt, wie sich die Feuerwehr als kompetenter Partner für Sicherheit und vorbeugenden Brandschutz am Campus und darüber hinaus positioniert.
Martin, was ist deine Rolle und wo befinden wir uns hier genau?
Wir befinden uns hier am Standort Taufkirchen. Haupteigentümer ist die TUM, Errichter ist die LB Firmengruppe, welche auch die Betriebsfeuerwehr „LB Campus“ unterhält. Mein Name ist Martin Bauer und ich bin der Leiter dieser Feuerwehr. Mein Aufgabengebiet umfasst den vorbeugenden Brandschutz, die Erstellung von Evakuierungs- und Katastrophenplänen am Standort sowie die Personalplanung und Ausbildung – einschließlich der Planung und Durchführung von Brandschutzübungen und der Überwachung der Einhaltung von Sicherheitsvorschriften.
Was macht die Feuerwehr an diesem Standort so besonders?
Unsere größte Stärke ist die detaillierte Ortskenntnis. Wir kennen jedes Gebäude und jeden Winkel auf dem Campus. Da sich hier täglich etwa 2.000 Studierende aufhalten, hat die Menschenrettung für uns immer oberste Priorität vor der Brandbekämpfung. Wir sind so aufgestellt, dass wir die erste Phase eines Einsatzes völlig autark bewältigen können, bis weitere Kräfte eintreffen.
Wie groß ist dein Team und wen sucht ihr aktuell zur Verstärkung?
Aktuell sind wir noch ein kleines Kernteam, bauen aber gerade auf eine Staffelstärke für den Dienstbetrieb aus. Wir suchen vor allem Brandschutzfachkräfte und Werkfeuerwehrleute. Da Fachkräfte am Markt schwer zu finden sind, bilden wir auch selbst aus: Wir stellen Personal mit Grundqualifikationen wie Truppführer, Atemschutzgeräteträger und Maschinist ein und qualifizieren sie hier am Standort weiter. Auch für Studierende der TUM wollen wir künftig Möglichkeiten schaffen, Einblick in die Arbeit der Standortfeuerwehr zu gewinnen.
Neben dem klassischen Löschfahrzeug habt ihr auch sehr spezielles Equipment. Was sind die Highlights?
Ein echtes Highlight ist unser Polaris Ranger. Dieses geländegängige Spezialfahrzeug wurde extra für die Baustellenbereiche und das unwegsame Gelände am Campus beschafft, wo unsere großen Löschfahrzeuge nur schwer hinkommen. Ausgestattet mit einem Löschmodul ermöglicht es uns, Brände in diesen schwer zugänglichen Bereichen ohne Zeitverlust sofort zu bekämpfen. Alternativ kann es zur mobilen Rettungsplattform für den Patiententransport aus Baugruben umgerüstet werden. Zudem verfügen wir über ein spezielles Bohrlöschgerät – eine sogenannte Löschlanze. Da am Campus viele Sandwichplatten verbaut sind, können wir mit diesem Gerät direkt in brennende Zwischenräume bohren und löschen, ohne die Fassade großflächig öffnen zu müssen.
Die Brandbekämpfung verändert sich stark. Brennende Lithium-Ionen-Akkus sind eine Herausforderung, da sie oft über lange Zeit gekühlt werden müssen. Auch technisch gehen wir mit der Zeit: Wir setzen verstärkt auf akkubetriebene Rettungsgeräte wie Spreizer und Scheren, um im Gelände flexibler zu sein. Zudem nutzen wir Einsatzdrohnen zur Lageerkundung aus der Luft, um dem Einsatzleiter sofort wichtige Daten über das Ausmaß eines Schadens zu liefern.
Martin Bauer
Leiter Feuerwehr LB Campus

Über den Campus-Betrieb hinaus: Welche Dienstleistungen bietet ihr externen Firmen an?
Wir bieten ein breites Spektrum im vorbeugenden Brandschutz für externe Kunden an. Das umfasst die Prüfung und Wartung von Feuerlöschern, Brandschutztüren sowie Rauch- und Wärmeabzugsanlagen. Auch die Kontrolle von Erste-Hilfe-Kästen gehört dazu. Ein wichtiger Punkt ist die Ausbildung: Wir führen Brandschutzhelfer-Unterweisungen durch, zu denen jeder Betrieb verpflichtet ist. Seit Mai bieten wir zudem Erste-Hilfe-Kurse direkt am Standort an. Perspektivisch können Firmen uns sogar für den abwehrenden Brandschutz buchen.
Wie arbeitet ihr mit den regionalen Kräften, wie der Freiwilligen Feuerwehr Taufkirchen, zusammen?
Wir sind im Landkreis München als reguläre Einheit gelistet. Bei größeren Bränden in der Industrieumgebung werden wir auch bei Bedarf über die Leitstelle alarmiert. Wenn es beispielsweise im TIP-Gelände brennt, können wir aufgrund der räumlichen Nähe sofort die ersten Maßnahmen ergreifen, und die externen Kräfte unterstützen.
Gibt es abschließend ein Thema, das dir für die Zukunft des Standorts besonders am Herzen liegt?
Ein großes Ziel ist die Etablierung eines innerbetrieblichen Rettungsdienstes mit einem eigenen Rettungswagen. Wir möchten medizinische Notfälle – vom Kreislaufkollaps bis zum Unfall – sofort qualifiziert erstversorgen können, um die Zeit bis zum Eintreffen des öffentlichen Rettungsdienstes optimal zu überbrücken. Die Sicherheit unserer Mitarbeiter und Studierenden steht bei uns immer an erster Stelle.
Mittelfristig streben wir darüber hinaus den Aufbau einer eigenen Werkfeuerwehr an. Mit der wachsenden Erweiterung des Campus steigen auch die Anforderungen an den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz – eine Werkfeuerwehr vor Ort verkürzt Reaktionszeiten und schafft die nötige Struktur für ein Areal dieser Größenordnung. Zudem arbeiten wir an komplexen Evakuierungskonzepten, um im Ernstfall auch große Menschenmengen strukturiert und sicher aus den Gebäuden leiten zu können.









